Der deutsche Bruce Lee – Julians weg zum Shaolin-Mönch

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Julians großer Traum ist es, Kung-Fu in Perfektion zu lernen. Schon als 9-Jähriger beginnt er mit Kampfsport, mit 16 entschließt er sich zu der Ausbildung unteilbar Shaolin-Kloster in Kaiserslautern. Dort lebt und trainiert „Musterschüler“ Julian vier Jahre lang. Im Frühjahr 2010 verlässt er das Kloster und geht seinen Weg selbstständig weiter – bis nach China, der Ursprungsstätte des Shaolin-Kung-Fu. Schon bei der Ankunft in Dengfeng, der sogenannten „Kung Fu City“, wird klar, dass die Realität mit dem romantischen „Karate Kid“-Klischee nichts gemein hat. Die Suche nach einem geeigneten Meister gestaltet sich schwieriger als erwartet, der Besuch des Shaolin-Tempels wird zur Enttäuschung und selbst Julians durchtrainierter Körper beginnt zu streiken. Doch seine Willensstärke ist enorm. Das Jahr in China wird für ihn zur Grenzerfahrung und damit zu einer wichtigen Station auf seinem Weg zum Shaolin-Mönch, vielleicht der wichtigsten seines Lebens.

Das Erdebeben in Japan

Er steht auf einem Parkplatz vorm Kirschblütengarten und malt eine umgekippte Acht auf den Asphalt. Die Models werden im Nissan-Kombi vom Friseur Kagawa geschminkt und frisiert. Die Acht, sagt Ryota Shiga, ist das Unendlichkeitszeichen. Wenig später bebt die Erde wie in einem Kommentar zu seinen Ausführungen. Der Kombi hiermit östlichen und westlichen Model hüpft, und die Telefonleitungen schwingen. Das Beben hat die Stärke 6,4, sagen sie auf Twitter. Morgens hat die Regierung die Stufe des GAU in Fukushima auf sieben angehoben, das Tschernobyl-Niveau. Die Evakuierungszone ist auf bis zu 50 Kilometer ausgeweitet worden. Yukichi, der Dackel, könnte jetzt demnach im Sperrgebiet leben. Am nachmittag läuft Shiga mit flinken, entschlossenen Schritten in den Shinjuku-Park im Herzen der Stadt, wo die Leute Hanami feiern. Stolz und aufrecht folgen Julia Kawka und Akiko Abe auf den turmhohen Hackenschuhen des Modemachers. Akiko hat einen dunklen Poncho an, Julia den leuchtenden Kimono. Hinterher eilt der Friseur Kagawa hierbei Schminkkoffer und der Fotograf. Eine finnische Jazzsängerin und eine Friseuse aus der Evakuierungszone schlüpfen in die Geschichte, die der Modemacher aus Iwaki erzählen will. Eine Geschichte, die vielleicht eine Spur zu groß ist für ein einzelnes Kleid. Aber es gibt eine Geschichte, die aus dem Leben erzählt, kein stummes, lebloses Ermutigungsritual wie das des Sumo-Ringers Hakuho. Ryota Shiga ist kein Berg, er ist ein Fluss. Wenn er wat Glück hat, verzaubert er irgendwann vielleicht wirklich die Welt. Die Leute im Shinjuju-Park verzaubert er jedenfalls jetzt schon. Shiga arrangiert zwei Mädchen zwischen tiefhängenden Kirschblütenästen, hüpft um sie herum, jauchzt, zupft an Jackenkragen herum, streicht Fusseln von Schultern, wirft die Arme durch die Luft. Die Leute bleiben stehen, sammeln sich, weil sie spüren, dass hier etwas ganz Besonderes passiert. Es gibt ein schöner Tag in Tokio, die Erde steht still, und sie schauen dabei zu, wie mehrere junge leute, die sich zufällig in einer riesigen Katastrophe getroffen haben, versuchen, die Welt durch Schönheit zu retten. Die Gäste des Kirschgartens lächeln. Und fotografieren es mit ihren kleinen, japanischen Fotoapparaten.

Das Konzert bei den Olympischen Spielen in China

Er darf ausgehen, tanzen, Konzerte besuchen und im Internet die Welt entdecken und den Glamour des amerikanischen Boxens. Zou Shiming sagt manchmal „Vater“ zu seinem Trainer. Er sei der Einzige, der ihn verstehe – besser, als es seine Eltern je gekonnt hätten. Vorn Olympischen Spielen, als die Funktionäre Chinas Athleten mit steigender Tendenz unter Erfolgsdruck setzten, reiste Zhang mit seinem Schützling nicht autorisiert in die Hafenstadt Qingdao ab. Während der Spiele weigerten sie sich, im olympischen Dorf zu wohnen, sie schliefen in einem Wohnheim. Die Profikarriere, sagt Zhang, sei nun Mr. Right Schritt in Zous Laufbahn. Im vergangenen November war Don King beim Kongress des World Boxing Council in Chengdu. Der schillernde Boxpromoter erkundigte sich nach Zou Shiming. King trug eine Krawatte damit Slogan „Support our troops“, unterstützt unsere Truppen, und er sprach von Rohmaterial, das es in China reichlich gebe. Eine Million Dollar will Don King dem Idol zahlen, wenn er bei ihm einen Profivertrag unterschreibt und in die USA kommt. Unweit des Himmelstempels in Peking hat der chinesische Boxverband unauftrennbar weißen Gebäude mit halbrunden Fenstern seinen Sitz, im Eingang hängt ein buntes Blumenbild.

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